Momente, in denen Zeit nicht vergeht, Zeit flimmert. Wie alte Filmrollen im grellen Licht, wie Wasser in der Hitze, wie ein Gedanke, der nicht ver-geht. Kein Sprung in der Chronologie, kein reines Erinnern. Ein inneres Kippen. Zeitflimmern entsteht, wo Vergangenheit und Gegenwart einander berühren, wie zwei Schatten, die ineinander fallen. Wo das Jetzt zu schwanken beginnt, weil ein Damals durch die Ritzen dringt. Prag kennt diesen Zustand. Diese Stadt atmet durch Mauern, die sich an Dinge erinnern, die nie ausgesprochen wurden. Das Verständnis selbst ist ein Labyrinth und die Wirklichkeit wurde nie als fest geschrieben. Das Verständnis war stets ein Text im Wandel. Ein Schloss ohne Eingang. Ein Prozess ohne Urteil. Das Zeitflimmern kann man nicht erklären. Es geschieht von selbst.