Der Mensch verbringt im Durchschnitt einen Drittel seiner ganzen Lebenszeit im schlafenden
Zustand, dennoch wissen die meisten sehr wenig über den Schlaf und das eng mit ihm
verbundene Phänomen des Träumens. Schlaf ist nämlich nicht nur fehlende Wachheit, wie
viele meinen, sondern ein veränderter Bewusstseinszustand, welcher die Voraussetzung für
eine Reihe von bedeutenden psychologischen und biologischen Prozessen liefert.
In dieser Arbeit beschäftige ich mich ausschliesslich mit dem Vorgang des Träumens,
welcher, während sich das Bewusstsein eine Pause gönnt, stattfindet. Ich werde den
hochinteressanten Prozess des Träumens vom psychoanalytischen Gesichtspunkt aus
durchleuchten und mich auf die verschiedenen Traumkomponenten und deren Funktionen
und Wichtigkeit beim Traumaufbau beschränken. Ich werde nicht auf die Deutung der
Träume eingehen, denn die Traumforschung ist ein von der Traumdeutung klar abgegrenztes
Gebiet, das sich mit der Entstehung, nicht aber mit dem Inhalt des Traums beschäftigt.
Mein Ziel ist dem Leser, welcher sich vielleicht erstmalig der Lektüre psychoanalytischer
Literatur widmet, ein Grundverständnis für psychologische Prozesse im allgemeinen und
natürlich insbesondere für diejenigen des Träumens zu vermitteln. Um dies zu vereinfachen
versuche ich, das Wissen durch Verwendung von wenigen Fach- und Fremdwörtern und das
Einflechten von Versinnbildlichungen verständlich darzulegen.
Der Leser soll am Schluss der Arbeit ein fundiertes Bild davon haben, was ein Traum
überhaupt ist, wo seine Ursprünge wurzeln, nach welchem Prinzip er generiert wird, welche
Funktionen und Wichtigkeit den verschiedenen Traumkomponenten zukommen und durch
welche Abwehrmechanismen der Traum wie und warum entstellt wird. Um es kurz zu fassen:
Ich hoffe, durch meine Schilderungen den komplexen Prozess des Träumens in dem Masse
verständlich machen zu können, dass der Leser nach der Lektüre im Stande ist, einen aus
einer Fachzeitschrift stammenden Artikel über die Traumforschung anhand des neu
erworbenen Wissens zu verstehen.