Fühlen Sie sich im Büro manchmal wie in der Schule? Das ist kein Zufall. Die Bildungsexpertin Birgit Vogel analysiert in "Preußens langer Schatten", warum das deutsche Schulsystem im Kern immer noch auf den Strukturen des 18. Jahrhunderts basiert. Damals wurde die Schulpflicht eingeführt, nicht um freie Denker zu schaffen, sondern um gehorsame Soldaten und pünktliche Fabrikarbeiter zu formen. Vogel zieht Parallelen zwischen dem 45-Minuten-Takt, der frontalen Belehrung und der Notengebung von damals und heute. Sie argumentiert, dass dieses System darauf ausgelegt ist, Fehler zu bestrafen und Konformität zu belohnen – genau das Gegenteil von dem, was in der modernen Innovationsgesellschaft gebraucht wird (Fehlerkultur, Disruption). Das Buch ist eine historische Kritik und ein Reformaufruf zugleich. Vogel stellt alternative Modelle aus Skandinavien und Neuseeland vor und zeigt, wie "Unschooling" oder projektbasiertes Lernen die natürliche Neugier von Kindern erhalten können, statt sie abzutrainieren.