"Der Kalte Erzieher – Der Erfinder des Schrebergartens und seine Foltergeräte" wirft einen schockierenden Blick auf Dr. Daniel Gottlob Moritz Schreber. Heute verbinden wir seinen Namen mit idyllischen Kleingärten. Doch zu Lebzeiten war er ein fanatischer Orthopäde und Pädagoge, der "Haltungsschäden" bei Kindern mit mechanischen Apparaturen bekämpfte. Die Autorin Elias Schuld beschreibt die "Geradehalter" – Metallgestelle, die am Esstisch in die Tische und Stühle geschraubt wurden, um Kinder am Krummsitzen zu hindern, und Kopfhalter, die das Kind an den Haaren zogen, wenn es einnickte. Schrebers Erziehungsmethoden, die auf die absolute Brechung des kindlichen Willens abzielten, gelten heute als Vorläufer der "Schwarzen Pädagogik". Das Buch zeigt die Tragödie der Familie Schreber: Einer seiner Söhne nahm sich das Leben, der andere (Paul Schreber) wurde zum berühmtesten Psychiatrie-Patienten seiner Zeit. "Der Kalte Erzieher" enthüllt die dunklen Wurzeln der deutschen Disziplin und wie der Name eines Kinderschinders zum Synonym für Gartenidylle wurde.