Vermessungstechnik wird in der Archäologie für eine Vielzahl an Aufgaben eingesetzt. So sind bereits
vor Beginn von Ausgrabungsarbeiten umfangreiche Vermessungen des Geländes nötig, bei denen die
Fundstätte korrespondierend zu amtlichen Vermessungsplänen lokalisiert wird und ihre Grenzen
abgesteckt werden. Ebenso werden topographische Messungen vorgenommen, um die Charakteristika der
Landschaft und deren Höhe über dem Meeresspiegel zu ermitteln. Auf Grundlage dieser vorab
bestimmten Daten wird eine Karte des Areals angefertigt. Auf der Grabungsfläche selbst wird ein Netz
von Meßpunkten etabliert. Auch die Position der auszugrabenden Stellen auf der Fläche wird durch
Vermessungstechniken festgelegt. Während der eigentlichen Grabung müssen archäologische Befunde
und Fundstücke, aber auch Störungen verschiedenster Art auf dem Plan der Grabungsfläche dokumentiert
werden. Auch bei der Aufnahme von Bauwerken kommen Vermessungstechniken zum Einsatz.
Vermessung ist somit ein bestimmendes Element jeglichen archäologischen Arbeitens.
Wir wollen uns nun im Folgenden eine Überblick über die gängigsten für Vermessungsarbeiten
benötigten Hilfsmittel verschaffen und nach einer Klärung einiger formaler und mathematischer
Grundlagen, die wichtigen Vermessungsmethoden in Grundzügen betrachten. Es werden naturgemäß nur
diejenigen Geräte und Methoden berücksichtigt, die auch in der Archäologie Anwendung finden.
Konstruktive Details der Vermessungsgeräte werden nur in soweit besprochen, wie es für das Verständnis
der Funktion notwendig ist. Mathematische Grundlagen werden in diesem Zusammenhang ebenfalls nur
in groben Umrissen angesprochen. Ebenso wird auf Rechenbeispiele weitestgehend verzichtet. Da
zumeist verschiedene Meßverfahren und Geräte in Kombination angewendet werden, sollen Beispiel für
deren Anwendung in Ägypten zum Schluß vorgestellt werden.