Jeden Tag greifen Millionen Menschen zu ihrem Smartphone und betreten ein Schlachtfeld, für das sie sich nie freiwillig gemeldet haben.
Ein gedankenloser Kommentar. Eine koordinierte Welle von Angriffen. Eine Karriere, die innerhalb von 48 Stunden von Fremden zerstört wird, die den Namen am nächsten Morgen längst vergessen haben.
Wut hinter dem Bildschirm ist kein weiteres Buch darüber, wie man mit Hatern umgeht. Es ist eine schonungslose und tiefgehende Untersuchung der Frage, warum sie existieren – und was ihre Wut über die Welt verrät, die wir gemeinsam geschaffen haben.
Gestützt auf Erkenntnisse aus Psychologie, Neurowissenschaft, Philosophie und Soziologie vertritt dieses Buch eine zentrale These: Digitale Wut ist meist eine Maske für ungelöste innere Verletzungen. Wir greifen andere öffentlich an, um uns den dunkelsten Teilen unserer selbst nicht stellen zu müssen. Der Angreifer greift selten wirklich dich an – er greift den Schmerz an, den er nicht benennen kann, den Neid, den er sich nicht eingesteht, die Scham, die er nie verarbeitet hat.
In diesem Buch erfährst du:
• Warum soziale Medien darauf ausgelegt sind, Empörung zu verstärken – und daraus Profit zu schlagen
• Welche neurologischen Mechanismen dazu führen, dass es sich online nicht so anfühlt, als würde man einem echten Menschen Schaden zufügen
• Wie Projektion, Scham, Neid und Einsamkeit digitale Grausamkeit antreiben
• Warum Influencer und Content Creator zu Projektionsflächen kollektiver psychischer Verletzungen werden
• Welche Folgen dauerhafte Online-Aggression sowohl für die Opfer als auch für die Täter hat
• Wie echte Resilienz entsteht – ohne emotional abzustumpfen
Dieses Buch richtet sich an Kreative, Influencer und alle, die sich in einer Welt sichtbar gemacht haben, die Sichtbarkeit zugleich belohnt und bestraft. Es richtet sich aber auch an jene, die in einem dunklen Moment selbst die Person waren, die verletzt hat – und nie ganz verstanden haben, warum.
Für die, die verletzt wurden. Und für die, die verletzt haben. Oft sind es dieselben Menschen.